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I am Korny

Rock, Alternative/Independent, Blues from Stuttgart, since 2015

iamkorny.com

Bio

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Original text. Show translation

Früher oder später kommt jeder Musiker an den Scheideweg. An diesen Ort, die Kreuzung unter der siedenden Sonne, in der Mitte ein alter verkrüppelter Baum, darunter der Teufel, der grinsend um deine Seele zocken will. Mit gezinkten Karten natürlich. Hier, mitten im gottverlassenen Nirgendwo, wo man auf Godot wartet, wo die halbe Musikwelt ihr Schicksal für kleines bisschen Talent hergab, stand auch I Am Korny schon. Hut, Gitarre auf den Rücken geschnallt, staubige Stiefel, den Blick in die Ferne gerichtet. Gen Westen. Hinter ihm die Sicherheit, der Alltag, das geordnete Leben. Vor ihm die offene Straße, die Ungewissheit. Die Freiheit. Wie unzählige vor ihm, geht I Am Korny geradeaus, kein Blick zurück, einem unsteten, entbehrungsreichen, schwierigen Leben entgegen. Leichter hätte auch er e (...) Show mores haben können. Aber wer will schon ein leichtes Leben, wenn die Alternative doch so viel bessere Songs verspricht? Oder, wie er sagt: „Musik braucht Drama.“
I Am Korny ist in vielerlei Hinsicht ein Unikum unter den Musikern des Landes. Optisch, klanglich und inhaltlich eher im rockigen Heartland Amerikas verwurzelt, in jenen Grenzregionen zwischen Nordstaaten und Südstaaten, erzählt er in seinen Liedern bittersüße, morbide Parabeln über das Leben auf der Straße. „Ich tingel sehr viel durch die Gegend, um so viel live zu spielen wie nur möglich. Das hat das Thema meiner neuen Songs vorgegeben: Es geht um das Gefühl, immer nur on the road zu sein und um die Geschichten, die dabei entstehen. Um die Freiheit. Aber auch darum, alles zu verpassen.“
Sechs dieser Stücke hat er auf seiner EP „Sleep Ain‘t Paying My Dues“ vereint. Er ist ein Wanderpriester der schwermütigen Klänge, infiziert von der epochalen Weite Amerikas, vom niemals enden wollenden Fernweh, vom Durst nach Freiheit, nach Abenteuer. Angefangen hat das 2013, auf einer Veranda irgendwo in Cincinnati, die Gitarre auf dem Schoß, den Blick in die Ferne gerichtet, über den mächtigen Ohio River, der diesem Bundesland seinen Namen gibt. „Damals hatte ich eigentlich schon der Musik abgeschworen“, berichtet er. Doch die Musik nicht mit ihm. I Am Korny, das ist das musikalische Äquivalent zu „On the Road“ von Jack Kerouac, ein junger Singer/Songwriter, der seine Seele gegen die Gabe der Musik eingetauscht hat. Und unterwegs, immer unterwegs sein muss. Ein Getriebener unter Getriebenen, rastlos, ziellos.
Sicher, der Topos des melancholischen Solitärs, der Sonne entgegen, ist so ziemlich das älteste Bildnis der westlichen Musikwelt. Es ist bis heute aber eben auch das wirkungsvollste. Und, wenn mit Seele und Herz gefüllt, das bewegendste. Er nickt. „Das ist die Musik, die mich am ehesten in der Magengrube trifft. Da ist nichts gekünstelt. Sie kommt von ganz innen, direkt aus den Fingern.“ Was auch immer I Am Korny also im Gegenzug für seine Seele am Scheideweg versprochen bekommen hat: Seine neue EP „Sleep Ain‘t Paying My Dues“ kündet von einem äußerst lohnenden Tauschhandel. Hörbar geprägt von den tragischen Figuren des Americana, von den knurrigen Garage-Rock-Antihelden der Südstaaten und vom musikalischen Narrativ des Great American Song Book entwirft I Am Korny sein ganz eigenes Bild einer musikalischen Pilgerreise ins Herz der Sehnsucht. Wehmütig, nachdenklich, ein wenig schmutzig auch. Aber immer echt. Immer mit dem Herzen auf der Zunge.
Die Phantome und die Träumer, die Helden und die Bösewichte, die Mutigen und die Verzweifelten, sie alle finden ihr Zuhause in seinen Songs. Es ist die Musik eines Outlaws, der seine Andersartigkeit nicht als Bürde, sondern als Krone versteht und in all den anderen Alleingängen der Musikwelt Seelenverwandte gefunden hat. Wie ein Nick Cave, wie die Black Keys, wie Alberta Cross destilliert I Am Korny behutsam Traum und Albtraum Amerikas, die Verheißungen des Westens und den Mythos dieses endlosen Landes in murder ballads über die Schattenseiten der Liebe.
Der torkelnde Theken-Blues in „Colorado“ hat so viel Schieflage wie ein hochprozentiger Abend in einer Bar inmitten der Rocky Mountains, „Vampire“ berauscht mit einem schleppenden Walzertakt und gotischer Dunkelheit, der verzerrte Rock-Stampfer „Sleep Ain‘t Paying My Dues“ passt mit seiner entschlossenen Attitüde wunderbar zu seinem Vagabundenleben. Er kann es sich eben sprichwörtlich nicht leisten, auszuschlafen. Seine seelische Schieflage offenbart der Künstler in „House Of Cards“, der angeknacksten Bestandsaufnahme eines Scheiterns, „Seashelled Heart“ ist wie der ruhelose Geist eines Liebeslieds – und „Run Rabbit Run“ bringt die Essenz dieses Künstlers auf den Punkt: Weiter, immer weiter, kein Blick zurück. Selbst dann nicht, wenn man sich nicht selbst entkommen kann.
Björn Springorum Show less

Line-up

Daniel Korn

Singer, Guitarist

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